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Heft 10 der Gartenbahn-Werkstatt

Ausgabe 10 der Gartenbahn-Werkstatt ist erschienen.

„Warst Du schon einmal in Leek?“ war in den 1980er Jahren eine öfter gehörte Frage. Wer nicht, durfte kaum mitreden, wenn es darum ging, den Stand der Dinge in Sachen Modellbau, Eisenbahnbetrieb im Kleinen und im Rahmen einer Großveranstaltung auszuloten. Angesiedelt auf einem alten Landgut in der Nähe von Groningen in Holland stellte diese Anlage mit Fahrzeugen teilweise aus den 1940er Jahren lange Zeit den Maßstab aller Dinge dar. Zwar bestand die Spur-7-Strecke lediglich aus einem vielleicht 400 m langen Oval und die inmitten desselben arrangierte aufgeständerte Strecke mit den kleineren Spuren 5 und 3 war im Prinzip dasselbe – doch hier war der Treffpunkt der Szene aus den Niederlanden und ihren Nachbarländern. Ein großes Zelt beherbergte stationäre Dampfmaschinen, Bauzustände und etliche Händler für Komponenten und Werkzeuge. So gesehen der Vorläufer zum Echtdampf-Hallentreffen, welches später zum Kristallisationspunkt des Dampfmodellbaus in Deutschland wurde, doch mit so viel mehr Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Veranstalter!

Viele Vereine haben sich auf Landgut Nienoord in Leek abgeschaut, wie man solch eine Anlage aufzieht – und es nicht dabei bewenden lassen. Neue Ansätze wurden aus dem Gesehenen entwickelt, und natürlich übertrafen viele später gebaute Strecken die von Leek alleine bezüglich der Länge. Sollte dieser traditionsreiche Name mehr und mehr in der Versenkung verschwinden? Mit Ronald Smits steht heute ein Mann den „Nienoord Spoorwegen“ vor, der dort bereits als Jugendlicher äußerst aktiv war. Sein Einsatz auf der Modellbahn hat sich prägend für seine berufliche Laufbahn herausgestellt. Umso mehr war es nun an der Zeit, seine frühere „Lehrwerkstatt“ reif für kommende Jahrzehnte zu machen. Was in Leek derzeit Großartiges am Entstehen ist, lesen Sie in unserer Titelgeschichte ab Seite 22.

Drehgestelle sind ein Dauerbrenner, werden Sie doch sowohl bei Loks als auch bei Wagen benötigt. Eine bewährte Bauform aus den USA sind die Archbar-Drehgestelle. In Deutschland haben sie es bis unter die Tender der ehrwürdigen preußischen P8 geschafft. Sascha Rabensdorf setzt sich ausführlich mit den unterschiedlichen Bauarten auseinander und zeigt in praktischen Beispielen, wie die Umsetzung ins Modell gelingt.

Geradeausfahren kann jeder. Damit der Fahrspaß mit der selbstgebauten Lokomotive nicht in der ersten Kurve im Schotter endet, ist schon während der Konstruktionsphase eine Betrachtung des Bogenlaufs notwendig. Wie weit sich welche Achse seitlich verschieben muss, damit nichts klemmt, kann graphisch ermittelt werden. Welche grundlegenden Regeln dabei beachtet werden müssen, erläutert der dritte Teil der Artikelserie über die Achsbewegungen.

Hans F. Wittmann (+ 1999) aus Gräfelfing bei München war ein Pionier unseres Hobbys. Er veröffentlichte dutzende Konstruktionen zu Modelldampfloks, Waggons, Komponenten und Vorrichtungen. Dabei hat er sie nicht nur ersonnen, sondern auch akribisch mit dem Tuschefüller zu Pergament gebracht. Bis heute stellen diese Zeichnungssätze das umfassendste Sortiment an Modellbauplänen zu Loks im deutschen Sprachraum dar. Nach dem Tod von Hans Wittmann hatte der Garba-Verlag mit Klaus Rabensdorf die Aufgabe übernommen, treuhänderisch für die Erbengemeinschaft diese Schätze interessierten Modellbauern verfügbar zu halten. So zeitlos der technische Inhalt der Zeichnungssätze auch sein mag, stellt die heutige Zeit eigene Anforderungen an die Bewahrung dieses Erbes. Zum 1. April diesen Jahres wurde das Zeichnungsarchiv von Hans Wittmann nun an den Bahnwerk-Verlag übereignet und somit auf lange Jahre hin ganzheitlich in seinem Bestand gesichert. Uns ist es Ehre wie Pflicht, diese wertvollen Archivalien für die Zukunft zu erhalten und Kopien der Konstruktionen für die gesamte Dampfmodellbauszene auch in Zukunft anzubieten. Mehr dazu erfahren Sie ab Seite 16.

Wir wünschen Ihnen – wie immer – viel Vergnügen bei der Lektüre!

Ebenso sehr freuen wir uns auf Ihre Zuschriften. Ideen für Artikel, (Fach-)Fragen, Anregungen, Kritik oder einfach mal ein Lob. Zögern Sie nicht aktiv an der Entwicklung der Gartenbahn-Werkstatt mitzuwirken. Uns sind die Meinungen und die Beteiligung der Leser sehr wichtig. In Zeiten, wo wir sie nicht auf den Anlagen zum Fachsimpeln treffen können, bleibt nur der Brief, egal ob analog oder digital. --> Kontakt

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Eisenbahn-Funktionsmodellbau in Werkstatt und Betrieb

Vom Reiz des Dampfmodellbaus

Gartenbahn-Werkstatt ist DIE Fachzeitschrift für den funktionalen Modellbau von Eisenbahnfahrzeugen. In so großem Maßstab, dass der Erbauer sein Werk direkt erlebt: bei der Mitfahrt auf der eigenen Lok! Dies spielt sich ab auf den Spurweiten der zölligen Abmessungen 3 ½", 5" und 7 ¼", was sich in unserem Sprachgebrauch übersetzt zu Spur 3 (89 mm), Spur 5 (127 mm) und Spur 7 (184 mm).

Diese Spreizung erlaubt Modellmaßstäbe im Bereich von 1:16 bis hin zu 1:3,3. Anders ausgedrückt muss eine Vorbild-Lokomotive der Regelspur sechzehnmal verkleinert werden, um auf die 3,5"-Spur zu passen, während ein 600-mm-spuriges Feldbahnfahrzeug für das 7,25"-Gleis nur auf ein Drittel seiner Größe geschrumpft werden muss.

Für Fahrgäste

personenbefördernde Gartenbahnen

Allen diesen Maßstäben gemein ist die Tatsache, dass es sich hierbei um personenbefördernde Gartenbahnen handelt. Ab Spur 5 ist auch Publikumsbetrieb möglich, d.h. zusätzliche Fahrgäste können mitgenommen werden. Solche Mitfahr-Gartenbahnen werden auch als Parkbahnen bezeichnet.

Live Steam

Dampflokomotiven auf Modellbahn-Gleisen

Am häufigsten werden die Modelle mit Dampf betrieben, genau so wie große Dampflokomotiven. Hierfür hat sich der englische Begriff "Live Steam" eingebürgert, der auf Deutsch mit "Echtdampf" übersetzt wird. Doch längst fahren nicht nur Dampfloks auf Modellbahn-Gleisen, auch E-Loks und Modelle mit Antrieb durch einen Verbrennungsmotor sind üblich. Parallel zum Personenzugbetrieb gibt es immer mehr Modellwaggons, mit denen sich komplette vorbildgerechte Züge bilden lassen.